In der Wetzlarer Straße in Nauborn stand ein Gebäude im Vollbrand. Bei unserem Eintreffen hatten alle Bewohner das Gebäude bereits verlassen. Es schlugen Flammen aus den Fenstern und die immense Rauchsäule zeigte uns schon von weitem dem Weg zur Einsatzstelle. Ein Bewohner wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus verbracht, 7 weitere Personen wurden vor Ort vom Rettungsdienst gesichtet.
Die primär zuständige Feuerwehr Nauborn und die initial mitalarmierten Kräfte aus der Innenstadt leiteten sofort einen ersten Löschangriff ein. Vom Technischen Einsatzleiter wurden sofort nach seinem Eintreffen die Wehren aus Büblingshausen und Niedergirmes nachalarmiert. Kurz danach auch noch die Wehr aus Garbenheim. Wir setzten auf der Vorderseite zwei Wenderohre über den Teleskopmast und die Drehleiter ein. Im Innenangriff kamen mehrere Trupps unter Atemschutz zum Einsatz. Im Aussenangriff setzten wir ein weiteres Wenderohr und mehrere Strahlrohre ein, um das Feuer in den Griff zu bekommen. Für die Wasserversorgung nutzten wir in der Anfangsphase auch den Swimmingpool des betroffenen Gebäudes. Durch die starke Rauchentwicklung lösten wir eine Bevölkerungswarnung aus, die über die Warnapps verbreitetet wurden. Diese Warnung konnten wir ca. eine Stunde später wieder aufheben lassen.
Die Einsatzstelle wurde in zwei Abschnitte eingeteilt, so dass wir sowohl von der Straßenseite als auch von der Rückseite des Gebäudes einen Umfangreichen Löschangriff durchführen konnten. Da das betroffene Gebäude in einem Hinterhof steht, war die Positionierung der Drehleiter eine echte Millimeterarbeit.
Nach ca, zwei Stunden hatten wir das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten zogen sich allerdings bis in den Sonntag hin. Der angeforderte Baufachberater des THW – Dillenburg schätzte die Statik des Gebäudes so instabil ein, daß Teilbereiche nicht mehr betreten werden durften. Das erschwerte die nötigen Nachlöscharbeiten erheblich.
Der Energieversorger war vor Ort, um das Gebäude vom Stromnetz zu trennen. In diesem Bereich von Nauborn werden die Häuser noch über Freileitungen übers Dach eingespeist, was die Arbeiten für den Energieversorger erheblich erschwerte. Zeitweise war der komplette Straßenzug ohne Strom.
Zur Verpflegung der Einsatzkräfte wurde die Feuerwehr Blasbach an die Einsatzstelle gerufen. Um auf weitere Atemschutzgeräteträger zurückgreifen zu können, wurde außerdem die Feuerwehr Schöffengrund Schwalbach am späten Nachmittag nachalarmiert.
Die Feuerwehr Dutenhofen stellte bis Mitternacht eine Brandwache.
Am Sonntag Vormittag stieg erneut Rauch aus der Brandruine auf, so dass die Stadtteilwehren aus Nauborn, der Innenstadt, Büblingshausen und Steindorf erneut die Einsatzstelle anfahren mussten. Um an die letzten Glutnester heranzukommen, wurde die Feuerwehr Herborn mit deren Teleskoplader angefordert. Diese Maßnahme zeigte Erfolg, so dass wir die Einsatzstelle am Sonntag Nachmittag dann endgültig verlassen konnten.
In Summe waren ca. 120 Einsatzkräfte vor Ort tätig.
❤️lichen Dank sagen wir vor allem an die Nachbarschaft in der Wetzlarer Straße und viele weitere Nauborner Bürger, die uns während des gesamten Einsatzes mit Getränken versorgten, Sitzmöglichkeiten für unsere Einsatzkräfte zum Ausruhen zur Verfügung stellten oder in der Anfangsphase auch beim verlegen der mehr als 150 Meter langen Schlauchleitung zur Wasserversorgung im unteren Bereich der Einsatzstelle halfen.
Ein ganz besonderer Dank geht an die Bäckerei Schäfer, die uns kostenlos während des gesamten Samstages und Sonntages mit Brötchen, Kaffeestückchen, Kaffee und Getränken versorgten.
Für die wie immer sehr gute Zusammenarbeit und Unterstützung danken wir dem Malteser Hilfsdienst Wetzlar, dem DRK Rettungsdienst Mittelhessen, dem THW-Wetzlar und Dillenburg sowie den Feuerwehren Schöffengrund und Herborn.