Wir werden immer mal wieder gefragt, was wir nach einem Einsatz noch zu tun haben und was mit den verschmutzten Schläuchen, der Kleidung oder mit leeren Atemschutzgeräten passiert. Gerne wollen wir Euch die Fragen dazu beantworten und schauen uns an, was nach dem Einsatz in der Wetzlarer Straße in Nauborn noch getan werden musste.
Die leeren und mit Brandrauch, Ruß und anderen Verschmutzungen kontaminierten Atemschutzgeräte werden noch an der Einsatzstelle an einem zentralen Ort gesammelt und danach mit einem Logistikfahrzeug in die Atemschutzwerkstatt transportiert. Die Brandschutzkleidung und der Helm der unter Atemschutz eingesetzten Einsatzkräfte wird an der Einsatzstelle ausgezogen bzw. abgelegt und in Säcke verpackt. Die Stiefel werden vor Ort gereinigt und die Einsatzkräfte ziehen als Ersatzkleidung Trainingsanzüge an. Die Säcke mit der kontaminierten Kleidung werden dann in die Wäscherei gebracht. Die Wäscherei und die Atemschutzwerkstatt befindet sich aktuell noch in den Räumlichkeiten der Interimswache in der Ludwig Erk Straße. Gleiches passiert mit den verschmutzten Schläuchen und anderen Gerätschaften.
Die aus dem Einsatz entlassenen Einsatzkräfte fahren dann ebenfalls die Ludwig-Erk-Straße an, um die Fahrzeuge dort mit neuen Schläuchen, Atemschutzgeräten und anderen Verbrauchsmaterialien zu bestücken und damit wieder einsatzbereit zu machen. Aus dem dort angesiedelten Kleidungspool können sich diejenigen, die ihre Brandschutzkleidung zur Reinigung abgegeben haben, mit sog. Poolkleidung ausstatten. Diese können sie dann so lange tragen, bis die eigene Kleidung gewaschen zurück ist. Auf dem Weg in die eigenen Feuerwehrhäuser wird dann auch gleich noch das Fahrzeug getankt, was mittels Tankkarte an fast jeder Wetzlarer Tankstelle funktioniert. Die Fahrzeugführer fertigen dann im jeweiligen Standort einen Einsatzbericht an und dokumentieren separat, wenn Kräfte unter Atemschutz eingesetzt waren. Evtl. aufgetretene Defekte an Fahrzeugen oder Geräten werden im Einsatzbericht ebenfalls dokumentiert und zudem in einem digitalen Ticketsystem erfasst, so dass sich unsere Hauptamtlichen um eine Reparatur oder eine Ersatzbeschaffung kümmern können. Damit endet die Arbeit für uns Ehrenamtliche.
Im Fall des Einsatzes in der Wetzlarer Straße wurden 40 Atemschutzgeräte gereinigt und geprüft. 50 Atemschutzmasken gereinigt, desinfiziert und geprüft. 50 Garnituren Brandschutzkleidung gewaschen und auf Beschädigungen geprüft, 65 Schläuche wurden gewaschen und ebenfalls geprüft. Das alles übernehmen unsere Hauptamtlichen Kräfte. Gerade die Prüfung der Gerätschaften ist sehr wichtig, denn wir müssen uns im Einsatzfall auf das Funktionieren unserer Gerätschaften verlassen können.
Aktuell arbeiten wir an einem Hygienekonzept, dass unsere Abläufe im Sinne der Gesundheitsvorsorge deutlich verbessern wird. Ziel dieser ganzen Maßnahmen ist es, dass es keine Kontaminationsverschleppung gibt. Rußpartikel und andere Rückstände aus dem Brandrauch und Brandschutt sind hochgradig Gesundheitsschädlich. Es gibt eine festgelegte Reihenfolge, wie die Bekleidung ausgezogen wird und die dabei helfenden Einsatzkräfte tragen Einmalhandschuhe und eine FFP2 Maske. Der Neubau des Feuerwehrhauses in der Innenstadt nimmt dabei eine ganz entscheidende Rolle ein. Neueste Gerätschaften und auf Arbeitsabläufe abgestimmte Räumlichkeiten für die Reinigung, Wartung und Instandsetzung unserer Geräte können dann genutzt werden. Auch hier steht der Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden im Fokus.
Auch alle anderen Stadtteilwehren profitieren dabei von dem Neubau. Sowohl beim Vorgängerbau, als auch jetzt bei der Interimslösung in der Ludwig-Erk-Straße, stehen wir beim aufrüsten unserer Fahrzeuge bei Wind und Wetter auf dem Hof. Im Neubau gibt es eine separate Halle, in der die Fahrzeuge wieder bestückt werden können. Schläuche, Atemschutzgeräte und weitere Verbrauchsmaterialien sind dann direkt in den angrenzenden Lagerräumen untergebracht und können auf kurzem Wege entnommen und in die Fahrzeuge geräumt werden.
-
Die Brandschutzkleidung dreht ihre Runden in der Waschmaschine
-
Die Schlauchwaschmaschine prüft die Schläuche auf auf Dichtigkeit
-
Das Schlauchlager in der Ludwig-Erk-Straße
-
Prüfung eines Atemschutzgerätes
-
Die Atemschutzmasken nach der Reinigung