Am Montagabend kam es im Güterbahnhof Wetzlar-Garbenheim zu einem umfangreichen Gefahrstoffeinsatz. Aus einem Kesselwagen trat ein nicht brennbarer, jedoch ätzender und giftiger Stoff tröpfchenweise aus. Dabei handelte es sich um Fluorwasserstoffsäure.
Die Leckage konnte durch den Einsatz einer Drohne bestätigt und im weiteren Verlauf durch speziell ausgerüstete Einsatzkräfte unter Chemikalienschutzanzügen lokalisiert sowie zunächst abgedichtet werden. Trotz des auf den unmittelbaren Bereich des Waggons begrenzten Gefahrenradius bestand aufgrund der Stoffeigenschaften eine erhebliche Gefährdung für die eingesetzten Kräfte. Zur fachlichen Unterstützung wurde das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) hinzugezogen.
Da ein erneuter Stoffaustritt nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde entschieden, den Inhalt des Kesselwagens kontrolliert abzupumpen. Diese Maßnahme wurde durch spezialisierte Kräfte der Werkfeuerwehr Infraserv Höchst vorbereitet und aus Sicherheitsgründen auf die Durchführung am Dienstagmorgen bei Tageslicht verlegt. Während der Nacht verblieben mehrere Einsatzkräfte sowie eine Drohnenstaffel an der Einsatzstelle, um die Dichtigkeit des Waggons kontinuierlich zu überwachen. Messungen im Umfeld des Wagens verliefen unauffällig.
Glücklicherweise wurde bei dem Einsatz niemand verletzt. Für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.
Aufgrund der Gefahrenlage und zum Schutz der Einsatzkräfte wurde der Bahnverkehr zwischen Wetzlar und Gießen vorübergehend vollständig eingestellt. Der Einsatz dauert bis in den späten Dienstagnachmittag an.
Insgesamt waren rund 180 Einsatzkräfte im Einsatz:
- Feuerwehr Wetzlar mit den Stadtteilen Garbenheim, Blasbach, Büblingshausen, Hermannstein, Innenstadt, Niedergirmes, Münchholzhausen und Steindorf sowie den Facheinheiten Drohnenstaffel und Umweltschutzzug.
- Einsatzkräfte aus dem Lahn-Dill-Kreis: Einsatzleitwagen 2 (Sinn), Informations- und Kommunikationsgruppe (Niederweidbach), Gerätewagen-Atemschutz (Haiger), GABC-Zug (Dillenburg), Gerätewagen-Rettungsdienst und Gerätewagen-Technik (Malteser Wetzlar), Organisatorischer Leiter Rettungsdienst sowie die untere Wasserbehörde
- Werkfeuerwehr Outokumpu
- Werkfeuerwehr Infraserv Höchst (TUIS)
- Regierungspräsidium Gießen (Brandschutzaufsichtsdienst)
- Notfallmanager der Deutschen Bahn und DB Cargo
- Rettungsdienst (Malteser Lahn-Dill) sowie zwei Brand-RTW (DRK Dillenburg und Malteser Wetzlar)
- Polizei und Bundespolizei
Wir bedanken uns für die hervorragende und professionelle Zusammenarbeit mit allen beteiligten Organisationen.