Am vergangenen Samstag herrschte reges Treiben im Garbenheimer Güterbahnhof. Die Stadtteilwehren Garbenheim, Dutenhofen, Niedergirmes, die Drohnenstaffel und der Einsatzleitwagen aus Hermannstein waren in die Übung „Fahrwegskonflikt“ eingebunden.

Hier wurde angenommen, dass ein Zug der HLB auf ein Baufahrzeug aufgefahren ist. Es brach ein Brand in dem Zug aus. Die betroffenen Reisenden und der Triebfahrzeugführer mussten dabei von der Feuerwehr gerettet werden. Unter dem Bauzug lag ein weiterer Verletzter und auch aus einer beteiligten Diesellok galt es den Lokführer zu befreien. Die Drohnenstaffel musste einen Verletzten finden, der sich in Richtung Garbenheim abgesetzt hatte.

Nach der Rettung der Verletzten und unverletzten Beteiligten aus den Zügen kümmerten sich die Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes um deren Versorgung. Dazu wurde auf dem nahegelegenen Sportplatz eine Verletzten Sammelstelle aufgebaut.

Die 65 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Malteser Hilfsdienst mussten sich nach kurzer Zeit um eine weitere Einsatzstelle kümmern. In Folge des Unfalls blieb ein weiterer Zug auf offener Strecke liegen. Hier galt es die „gestrandeten“ Reisenden zu betreuen und dann auch zu evakuieren. Hier gab es mit einem renitenten Fahrgast auch einen Einsatz für die Bundespolizei, die den Randalierer festnahm und abführte. Die evakuierten Reisenden wurden mit Mannschaftstransportfahrzeugen zur Verletztensammelstelle transportiert. Sie konnten sich hier in einem beheizten Zelt des Malteser Hilfsdienstes aufwärmen. Die Übungsleitung hatte sich bei diesem Zug noch eine Besonderheit einfallen lassen. Eine Reisende in dem liegengebliebenen Zug war auf einen Rollstuhl angewiesen. Um sie zu den bereitstehenden Transportfahrzeugen zu bringen, kam der sog. Rüstsatz Bahn zum Einsatz. Dieser besteht unter anderem aus zwei Transportwagen, die auf die Schienen aufgesetzt werden können. Damit gelang dann auch die schonende Rettung der Rollstuhlfahrerin.

Nach knapp zwei Stunden waren beide Einsatzstellen abgearbeitet und die von der Feuerwehr Blasbach zubereiteten Bratwürstchen und warmen Getränke ließen Übungsteilnehmer und Verletzten Darsteller die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt vergessen.

Im Anschluss an die Übung konnten die Einsatzkräfte die auf den Bahnstrecken um Wetzlar eingesetzten Züge der HLB kennenlernen. Die Mitarbeiter der HLB gingen hier im Besonderen darauf ein, wie man die Züge von außen öffnet, stromlos schaltet und welche Gefahren es bei einem Einsatz mit Beteiligung eines solchen Fahrzeuges gibt.

Das Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr, des Malteser Hilfsdienstes, der Bundespolizei, der HLB und der Deutschen Bahn zu üben. Auch die Notfalldienste der HLB und der Deutschen Bahn waren in die Übung eingebunden. In einer ersten Nachbesprechung mit den Führungskräften aller Beteiligten wurde ein sehr positives Fazit gezogen. Alle Organisationen konnten wertvolle Erkenntnisse erzielen, um so bei einem Ernstfall noch sicherer und schneller helfen zu können.

Die Verletzten und Reisenden wurden von 35 Statisten der Jugendfeuerwehren aus Wetzlar und Stauffenberg gestellt. Zusammen mit den Mitarbeitern der HLB, der DB und der Bundespolizei waren ca. 130 Personen an dieser Übung beteiligt.